2-Kanal Videoinstallation in einer Black Box.

Knisternd in Dünen vergraben -
Stund um Stund an ihm laben -
rinnt Zeit wie Sand durch salzige Finger.

Wenn der bare Fuß 
durch feuchten Sand gleitet,
öffnet es rauschend den Schlund.

Es wölbt sich in Wogen,
rollt näher in Wellen
und will nicht still stehn.

Ein Boot legt dort an - 
den Horizont - mutig und schwer
so oft beritten.

Doch ich steig hinein,
senke das Haupt
des Atems beraubt,
gehöre ich ihm.
Stehe inmitten
des Meeres.

Möglichst viele Orientierungskoordinaten werden ausgeschaltet. Die Screens sind so angeordnet, daß der Betrachter einen betreten kann und damit innerhalb und nicht nur vor dem Bildraum steht, somit Teil des Apparates wird. Auf die Screens werden fünf Einstellungen vom Meer bzw. vom Hafen für jeweils ca. 60 Sekunden projiziert. In jeder Einstellung steigt der Horizont um circa 1/5 an und die Kameraposition ist dem Wasser näher, wodurch eine Illusion des Kippens ausgelöst wird. Diese wird durch die Wellen, die Anfangs auf der vertikalen, später auch auf der horizontalen Leinwand entlang auf den Betrachter zulaufen, verstärkt. Schritt für Schritt wird der Betrachter so in eine unmögliche Situation versetzt. Zwischen den Wiederholungen und am Anfang der ersten Einstellung wird über geschlossene Kopfhörer obenstehendes Gedicht von Eva Reidemeister gelesen, danach abgemischter Originalton der Videoaufnahmen.